Don Carlo an der Oper Leipzig

Foto: Kirsten Nijhof / Oper Leipzig

Schwarz inszenierter »Don Carlo« im Opernhaus

Von Werner Wolf

Offensichtlich sind der Regisseur Jakob Peters-Messer, der Bühnenbildner Markus Meyer und der Kostümbildner Sven Bindsell der Meinung, eine tragische Oper wie Giuseppe Verdis »Don Carlo« könne (mit Ausnahme der flandrischen Abgeordneten) nur in Schwarz gezeigt werden. Damit er zu erkennen ist, erscheint nur der Titelheld in Weiß, wirkt aber mit seinen teils linkischen Bewegungen zuweilen wie ein Clown. Um das Geschehen aber einigermaßen ins Licht zu rücken, haben der Lichtdesigner Guido Petzold und seine Mitarbeiter mächtig viel zu tun.

Die Akteure haben es nicht leicht, das Ringen des Carlo und seines Freundes Rodrigo für die Freiheit Flanderns und die gleichermaßen verhängnisvollen Liebeskonflikte vor dem Hintergrund finsterster Inquisition in der sorgfältig durchdachten Szenenführung erleben zu lassen. Sie vermögen es vor allem durch ihre Gestaltung der von Verdi nicht schwarz-weiß, sondern höchst differenziert ausgeformten Gesangspartien.

Nach dem von Gaston Rivero als Don Carlo brüllend begonnenen Freiheitsduett, bei dem Mathias Hausmann nichts anderes übrig bleibt, als mitzubrüllen, gewinnt das musikalische Geschehen zunehmend an Ausdrucksvielfalt. Das bleibt zum gehörigen Teil auch der feinsinnigen Wiedergabe des Orchesterparts unter Leitung des als Chefdirigent zum Münchener Gärtnertor-Theater wechselnden Anthony Bramall und dem stimmgewaltigen, vom ebenfalls ausscheidenden Chordirektor Alessandro Zuppardo vorbereiteten Opernchor zu verdanken. Riccardo Zanellato als König Philipp II., Gal James als Königin Elisabeth, Kathrin Göring als Prinzessin Eboli, in der hier besprochenen Aufführung Ante Jerhunica als Großinquisitor und auch Rivero und Hausmann ist zu danken.

Der Beitrag ist erschienen auf LEIPZIGS NEUE Seiten im November 2017