Udo Lindenberg mit Erich Honecker

Fotos: Lavinia Hudson

Bunte Republik

Kann dies gut gehen: Ein wilder Rocker im gediegenen Museum?
Von Lavinia Hudson

Udo Lindenberg ist ein Deutschrocker mit schnoddriger Sprache. Er ist der Mann mit Sonnenbrille und Hut. Der überzeugte Friedens- und Umweltaktivist. Udo Lindenberg macht nun auch endlich mit seinem Sonderzug in Leipzig halt! Großer Bahnhof im Museum der bildenden Künste bis zum 1. Dezember 2019. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum des Herbstes 1989.

Angeregt von Udo Lindenberg und in enger Zusammenarbeit mit dem Museumsdirektor Alfred Weidinger zeigt die Ausstellung »Zwischentöne« 50 teils großformatige Gemälde und Aquarelle sowie 200 historische Fotografien. Hübsch: der goldene Trabant. Fast ikonographisch: Erich Honeckers Geschenk an Udo Lindenberg, die berühmte Schalmei. Die Ausstellung spiegelt Udo Lindenbergs Engagement für Frieden und gegen rechte Gewalt und den Schutz der Umwelt wider. Im Museum kann sich jeder kostenlos ein Plakat mit dem Text »An die Nazis« (2003) von Udo Lindenberg mitnehmen, darin heißt es: »Die Würde eines jeden Menschen ist höchstes Gebot. Und die Bunte Republik Deutschland ist unser aller Zukunft.« Eine bunte Ausstellung für ein buntes Land! Diese Kombination funktioniert sehr gut: Wilder Rocker und Kunstmuseum.

Der Beitrag ist erschienen auf LEIPZIGS NEUE Seiten im November 2019

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Udo Lindenberg bei der Eröffnungsshow seiner Ausstellung

Und das im Museum der bildenden Künste: Udo Lindenberg bei seiner Eröffnungs-Show. Foto: Daniel Merbitz