Triennale der Fotografie / Picasso in Hamburg / Pro und Contra für Olympia / Fehlgriff bei Gastgeschenk

Die Triennale der Fotografie, sie findet weltweit Beachtung, wird in einer der Deichtorhallen präsentiert. Die andere zeigt Bildende Kunst. Die Orte waren einmal der Bauch von Hamburg für Gemüse, Obst und Blumen. Sie sind eines der wenigen Beispiele für Industriekultur im Übergang vom Jugendstil zu den Ausdrucksformen des 20. Jahrhunderts. Das Ensemble wurde durch die Körber-Stiftung restauriert und ist heute im Besitz der Stadt Hamburg. Der Sponsor ist eine weltweit tätige Firma, die Maschinen für die Tabakindustrie herstellt. Da es einen Rückgang in der Produktion von Zigaretten gibt, stehen nunmehr erste Kündigungen an. Es war übrigens der Modefotograf Gundlach, der 1999 die Idee zu dieser alle drei Jahre stattfindenden Triennale der Fotografie hatte. Dabei sind öffentliche und private Museen der Stadt einbezogen.

*

Noch bis Mitte Juli wird, aus Anlass des 25. Jubiläums der Deichtorhallen, »Picasso in der Gegenwart« gezeigt. Es ist eine individuelle Sicht von Künstlern, ihre Sichtweise auf den großen Künstler. Eine seiner wichtigen Arbeiten ist das »Guernica«-Bild, das Max Aub, in dieser Zeit Kulturattaché der II. Spanischen Republik in Paris, 1937 in Auftrag gab. Erinnert sei auch an die Friedenstaube, die der Künstler der Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche schenkte. Mit Arbeiten sind u.a. Richard Hamilton, David Hockney, Roy Lichtenstein und Dora Maar in der Hamburger Picasso Hommage vertreten.

*

Der 1. Bürgermeister Scholz und seine Senatskollegen lassen keine Gelegenheit aus, für Hamburg als Austragungsort für Olympia 2024 zu werben. 50 Millionen Euro, aus Bundes- und Hamburger Mitteln stehen bereit, die anfallenden Bewerbungskosten abzudecken. Am 2. Juni gab es eine Informationsveranstaltung mit 800 Interessierten. Dort war auch die Forderung zu vernehmen, dass es im Vorfeld von Olympia wichtig ist, den Breitensport weiter zu fördern.

Mit »Wir haben etwas Besseres vor« meldete sich die Anti-Olympia-Plattform zu Wort. Sie fordert die Stärkung des Schul- und Breitensports. Auch sagt sie »Ja« zu einem wirklich langfristig gesicherten sozialen Wohnungsbau in der Stadt. Im November soll in Hamburg über ein Olympia in der norddeutschen Metropole abgestimmt werden. Auch der ASTA der Universität Hamburg ist wegen seiner Positionierung gegen Olympia unter Beschuss von Hochschulgruppen der CDU, SPD und FDP geraten. Gemeinschaftlich erheben der Ring Christlich-demokratischer Studenten, die Juso- wie die Liberale Hochschulgruppe den Vorwurf, dass Gelder für eine Anti-Olympia-Kampagne ausgegeben werden, was nicht stimmt.

*

Endlich bekommt die Hafencity eine »Grüne Lunge« mit dem Namen Lohsepark. Er ist die historische Fortsetzung des Wallrings der Stadt. Stets wurde über das Neubaugebiet mit seinen großen versiegelten Flächen geschimpft. Im Quartier Lohsepark werden demnächst 730 und später weitere 2000 Wohnungen im Baakenhafen gebaut. So erhält die bisher triste Hafencity auch »Grün«, was in dem neuen Stadtteil bisher fehlte.

*

Im Juni besuchte Queen Elizabeth II. wieder einmal die BRD. Station waren Berlin, Frankfurt/Main und die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Das KZ wurde von britischen Truppen befreit. Honoriger Brauch ist es, dass »hohen Gästen« ein oder mehrere Geschenke vom amtierenden Bundespräsidenten überreicht werden. Joachim Gauck hatte nunmehr diese Pflicht. Darunter auch ein Bild, das Elizabeth als Kind auf einem blauen Pony sitzend, der Vater die Zügel haltend, zeigt.

Auf den Punkt brachte es der Kunstkritiker Mark Hudson in seinem Beitrag für den »Daily Telegraph« mit seiner Sicht auf das Geschenk: »Ist es Bad Painting oder einfach nur schlecht gemalt?« Im »Mirror« heißt es, die Queen sei »not amused« und die »Times« lästerte, dass Elizabeth wisse, wie ein Pferd aussähe. Die Künstlerin unterhält im Elbvorort Othmarschen einen »Showroom«, schreibt: »Aktuelle News und Videos sind immer auf meiner Facebook Fan Seite – Nicole Leidenfrost – nach der Malerei in rot suchen«.

Der Beitrag ist erschienen in LEIPZIGS NEUE, Ausgabe Juli 2015

Aktualisiert am 10. Juli 2015 LEIPZIGS NEUE • StartseiteKontaktImpressum