Schande und Scham

Die beiden »Sch-Worte« hatten jetzt Konjunktur. Viele redeten und palaverten. Allerorten. Schuld (noch so ein »Sch-Wort«) hatte ein »Thüringer«, der sich in dem Freistaat, soviel Wahrheit muss sein, nur niederließ. Der verbeamtete Studienrat kommt aus dem Hessischen und versteht sich als »Alternative für Deutschland«. Seine Ergüsse sind brutal gedrechselt und, Leserbriefe beweisen es, grammatikalisch interpretierbar. Und so bemerkten einige: Die Schande, die Deutschland im Zweiten Weltkrieg auf sich lud, kommt in diesem Berliner Mahnmal zum Ausdruck.

Also doch ein »Denkmal der Schande«? Dummerweise geht es hier aber nicht um Grammatik und Etymologie, sondern um Historie. Wenn sie alternativ hierzulande verdreht wird, hat das Folgen, auch in Leipzig. Ende Januar, am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, wurde eine inzwischen sechsmal(!) geschändete Gedenktafel an der Kamenzer Straße erneuert. Dort befand sich bis 1945 ein Außenlager des KZ Buchenwald.

Ob d i e Schänder sich schämen?

Ich habe da meine Zweifel,

meint Euer Lipsius

Sehenswertes Jugendtheater

Der LN-Theaterkritiker kommt ins Schwärmen: »Bestes Theater für die Jugend und auch für Junggebliebene!« Das überschwenglische Lob gilt einer Inszenierung des Theaterjugendclubs auf der Hinterbühne des Leipziger Schauspielhauses. Eine Collage nach Texten von Falk Richter: »Never ever disconnected«.

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Geschlechterkampf in Frankfurt

Lovis Corinths Salome gehört zu Leipzig. Derzeit ist sie am Main zu sehen. Eine Ausstellung zum Thema Geschlechterkampf mit viel großer Kunst. Ein kunstpolitischer Skandal ist eingeschlossen – schade für Frankfurt.

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»Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat.«

Heinrich Heine (1797 – 1856)

Peter Ducke porträtiert

Er war einer der bekanntesten und sicher auch besten Fußballer in der DDR. Von 1960 bis 1977 wirbelte er für Jena und für die DDR auf dem Feld. Für viele war er ein Held, für manche (auch für sich selbst) auch ein Rebell. Ein lesenswertes Buch für Sportenthusiasten – meint unser Rezensent.

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Zum Tod von Klaus Huhn

Der DDR-Sport war mit dem Namen Klaus Huhn – in der Öffentlichkeit bekannter als Klaus Ullrich – verbunden: Sportchef der Zeitung Neues Deutschland, Sport-Multifunktionär, Sporthistoriker, aber vor allem Directeur der Friedensfahrt. Fast 10 Jahre war er auch Kolumnist der Zeitung Leipzigs Neue. Jetzt ist er im Alter von 88 Jahren verstorben.

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